In Vorfreude auf die nächste Ägypten Reise, wollen wir euch nachfolgend unsere letzte Kreta-Tour vorstellen. Sobald wir die Zeit finden, wird auch die Flusskreuzfahrt vom  November hier vorgestellt. An der Stelle möchte ich mich auch für die vielen Tipps aus dem Reiseforum bedanken.

Dies ist der Anreistag, im Verlaufe dessen alle Tourteilnehmer/innen von Ihren Heimatflughäfen eintrudeln. Am Abend, gegen 20.00 Uhr, wenn sich alle eingerichtet und bereits etwas umgeschaut haben, treffen wir uns im Foyer, um gemeinsam gleich um die Ecke die Motorräder zu übernehmen, womit die Kurzreise auch schon losgehen kann. Anschließend lernen wir uns und den Tourguide Jürgen beim gemütlichen Abendessen kennen. Jürgen plaudert aus seinem Erfahrungsschatz und stimmt das weitere organisatorische Vorgehen ab.

An diesem ersten Fahrtag fahren wir durch das zentrale Gebirge an die Südküste und erhalten so einen ersten Überblick über die verschiedenen Vegetations- und Landschaftszonen. Nach 30 Kilometern Fahrt biegen wir in Richtung Rodakino nach Westen ab. Durch eine von einem Flüßchen tief eingeschnittene Schlucht kommend, eröffnet sich uns plötzlich ein erster Ausblick auf das azurblaue Lybische Meer. Entlang der Küste fahren wir bis nach Frangokastello, einer malerischen alten, venezianischen Befestigungsanlage, wo wir kurz Halt machen, um uns umzuschauen. Anschließend geht’s bei der Pauschalreise weiter bis zur Hafenstadt Hora Sfakion, wo gemütliche Kafenions gute Aussicht auf das Treiben im Hafen bieten.

Anschließend machen wir einen Abstecher zur verfallenen „Geisterstadt“ Arádena, wo wir eine geradezu abenteuerlich aussehende Stahlbrückenkonstruktion über der Schlucht von Arádena befahren. Auf dem Rückweg suchen wir uns einen der vielen kleinen Strände zum Baden aus, bevor wir durch die Imbrou-Schlucht nach Norden fahren. Kurz hinter Imbros schwingen wir uns nach Osten ins Gebirge hinauf. Hier oben schweben große Gänsegeier über uns, die nach abgestützten Schafen suchen. Mit viel Glück können wir sogar Steinadler entdecken. In Episkopi stoßen wir auf die „Old Road“ entlang der Nordküste und fahren ins Hotel.

Am heutigen Tag drehen wir eine weite Runde um das Psiloritis-Gebirge. Als Einstieg ins Inselinnere wählen wir wieder die Nebenstrasse 77, fahren jedoch diesmal weiter nach Süden, zunächst bis Spili, wo wir kurz durch das klein, orthodoxe Kloster schlendern und natürlich auch die berühmten, wasserspeienden Löwenköpfe des venezianischen Brunnens bewundern. Über Agia Galini geht’s es weiter nach Südosten, bis wir in Richtung Matala südlich abbiegen. Wir pausieren in Festos, einer antiken Palastanlage, die nicht nur durch gut erhaltene Ausgrabungen, sondern auch durch eine fantastische Aussicht auf die Mesara-Ebene hervorsticht. Über Pitsidia fahren wir ans Lybische Meer bei Matala, wo in den Felshöhlen direkt am Meer in der Antike schon Menschen lebten, ebenso wie Jahrtausende später eine kleine Hippiekolonie. Das kristallklare Wasser bietet sich zum Baden an. Je nach Wunsch, können wir anschließend über Asphalt weiterfahren, oder ab Kali Limenes auf Schotter an der Steilküste entlangstauben, bis wir uns in Lendas wieder nach Norden wenden. Durch eine hügelige Heidelandschaft fahren wir Richtung Heraklion, um uns dann von der schnellen „New Road“ nach Hause bringen zu lassen.

Heute fahren wir nach Westen ins Levka Ori Gebirge, dort wo auch die berühmte Samaria-Schlucht liegt. Auf dem Weg dorthin fahren wir zunächst teils Schnellstrasse, teils kleine Landstraßen, bevor wir uns nach Süden Richtung Omalos wenden und ins Gebirge hinaufschrauben. Die Landschaft wird immer wilder und felsiger, so daß man sich gut vorstellen kann, daß sich in dieser rauhen Umgebung die Wiederstands- bewegung der Sfakia über die Jahrhunderte hinweg gegen alle Besatzer behaupten konnte. Am Startpunkt der Samaria-Schluchtwanderung schauen wir den touristischen Massen hinterher, die sich durch die Schlucht wälzen. Die ca. 16 km lange Wanderung dauert ungefähr 5 Stunden. Allen die trotz „Massenbegehung“ diese Tour mitmachen möchten, empfehlen wir, dies am Folgetag zu tun, wenn eine Pause von den geführten Touren eingelegt wird. Tourguide Jürgen hat aber auch Tips für weniger überlaufene und ähnlich schöne Alternativtouren bereit. Wir fahren quer durchs Gebirge nach Südwesten und legen eine Ruhe- und Badepause bei Sougia ein. Über Kandanos fahren wir zurück an die Nordküste, wo wir die gut ausgebaute Küstenstrasse zurück ins Hotel nehmen.

Heute legen wir einen Pausentag ein, den die meisten wohl auch nutzen werden, um nicht komplett mit dem Motorrad zu verwachsen. Immerhin locken Pool und Strand zum Baden, Relaxen und Sonnenbaden. Wir empfehlen eine Mini-Selbstfahrertour Richtung Chania, wo man einen sehr schönen Tag mit Museen, Stadtbummel und Kaffeebesuch verbringen kann. Ganz Unentwegte (und Erfahrene) können bei Jürgen einen „Abenteuer-Tag“ buchen und mit ihm einen aufregenden Tag auf abgelegenen, rauhen Schotterpisten verbringen, auf denen man den ganzen Tag keinem Lebewesen außer Ziegen und Eidechsen begegnet.

Heute umrunden wir das Psiloritis-Gebirge immer ganz eng an den Hängen entlang fahrend. Wir starten mit einer kleinen Schottereinlage im direkten Hinterland von Adelianos Kampos. Anschließend geht es dann auf Kleinststräßchen bis nach nach Ano Zaros. Der Ort besitzt eine Anzahl natürlicher Mineralwasser- quellen, deren Wasser auch abgefüllt und überall auf der Insel serviert wird. Oberhalb des Dorfes gibt es Forellenzuchten, wo wir im Schatten der Maulbeerbäume hervorragend speisen oder auch nur die Stille und die angenehme Atmosphäre genießen können. Im Anschluß erklimmen wir auf einer abenteuerlichen Schotterpiste das Psiloritis-Massiv, bis wir auf dem Gipfelkamm, auf die kleine Straße stoßen, die zum Sternen-Observatorium hinaufführt. Dies ist mit ca. 1750 m Höhe der höchste befahrbare Punkt der Insel. Bei guter Sicht liegt die gesamte Nordküste vor uns ausgebreitet. Nach der Abfahrt bis auf ca. 1400 m biegen wir zur Nida-Ebene ab und besuchen die Höhle Ideo Andro, in der der Göttervater Zeus der Sage nach aufgewachsen sein soll. Über Anogia und die Töpferstadt Margarites, wo die letzten Aufbautöpfer Kretas zu finden sind, fahren wir zurück ins Hotel.

An unserem letzten Tourtag erkunden wir den äußersten Westen Kretas. Um die bezaubernden und abgelegenen Strände zu besuchen, nehmen wir eine längere Anfahrt auf der Schnellstraße in Kauf, aber manchmal bietet sich auch eine nettere, parallel laufende Landstrasse an. Auch zwischen Kolimbari und Kissamos nehmen wir die „Old Road“, die uns manch schönen Ausblick auf die Bucht bietet. Von einem Aussichtspunkt oberhalb der Bucht von Livadi sehen wir bereits den Strand von Phalásarna, an dem wir es uns gemütlich machen. Der feinsandige Strand bietet noch eine Überraschung, an seinem Nordende kann man nämlich die ausgegrabenen Ruinen der antiken Hafenstadt Phalásarna besuchen, die ca. 365 n.Chr. einem mächtigen Erdbeben zum Opfer fiel. Zurück fahren wir über Kleinststraßen durch das Hinterland der Nordküste. Am Abend geben wir unsere treuen und mitterweile sicherlich recht staubigen Bikes zurück.

Leider ist heute schon Abreisetag und die meisten Flieger gehen relativ früh am Tage. Auf dem Flughafen gibt es noch eine letzte Gelegenheit als Mitbringsel vielleicht noch eine Flasche des berühmten kretischen Olivenöls oder einen leckeren Wein einzukaufen.